Berliner - die Geschichte schrieben, Geschichten aus dem alten Berlin.

Neben den unverwechselbar mit Berlin und ihren Bewohnern verbundenen bekannten Personen zählten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vor allem die kleinen Händler, Schusterjungen, Laternenanstecker, Nachtwächter, Sandjungen, Marktfrauen, Fischweiber, Kohlenfritzen, Holzhauer und Droschkenkutscher zu den typischen Berlinern. Selbst der Leichenbitter wurde dazu gezählt, das war ein in eine altmodische Phantasieuniform gekleideter Mann mit einem Trauerflor am Arm.

Er hatte Hinterbliebene mit Worten zu trösten, wobei auch meist ein Schnaps dabei war, außerdem ging er vor dem Leichenwagen her und „lud zur Leiche“, zum Beispiel mit folgenden Worten: „Ach ja, ihm is wohl“ oder „trösten Se sich Madammeken, Jott hat ihn retour jenommen“.

Zu den vertrauten Berufsgruppen gehörten außerdem „Der Lampenputzer“, „Bimmel-Bolle als Milchwagen-Kutscher, „Der Wurstmaxe“ sowie der „Leierkastenmann“.

vater zilleHeinrich Zille - das war seine Zeit..

Der von den Berlinern liebevoll „Pinselheinrich“ genannte Zeichner Heinrich Zille war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der populärste Künstler der Stadt.

Er lebte hier, und die Vielfalt seiner MilieubeschreibungenHumoresken und Anekdoten sind eine Einheit von Bild und zumeist handgeschriebener Untertitelung, die nicht ortsgebunden ist.

Es sind scheinbar leicht „dahingeworfene“ Studien, gepaart mit derben Dialogen in schnodderigem Berliner Jargon ohne grammatikalische Genauigkeit.

Die Bildunterschriften sind dabei eher als Kommentare zu verstehen, die in ironischer, manchmal sarkastisch-makabrer Weise Zilles Blick in die Hinterhöfe und wilhelminischen Amtsstuben der Jahrhundertwende begleiten.

Berlin. Es lebt dort ein so verwegener Menschenschlag beisammen, daß man mit der Delikatesse nicht weit reicht, sondern daß man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muss, um sich über Wasser zu halten...sagte schon Goethe.

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© Christina Telker

Berlin – wie's damals war

Mein Berlin, wie haste dir verändert,
in dir lärmt's, dein Horizont ist weit.
Denke ich zurück an alte Zeiten,
damals trugst du noch ein graues Kleid.

Hinterhöfe und auch Kellerkneipen,
sie verschönten damals dein Gesicht.
Kudamm war gerade erst am wachsen,
auch Theater kannt' man noch nicht lang.

Lemkes Sel'ge spukte durch die Häuser,
Ede trug am Morgen Zeitung aus.
Droschkenkutscher warteten an der Ecke,
gerne fuhr man mal auf`s Land hinaus.

Abends ging man zum Zoolog'schen Garten,
auch bei Kranzler war man gern zu Gast.
Vater Zille stand mit dem Notizbuch,
stets bereit, den Bleistift in der Hand.

Kindergärtnerin, Hobbyautorin

Zitate zu und über BERLIN und BERLINER:

Die Deutsche Mark und Berlin. Eine Regierung in Berlin hat die Mark im 19. Jahrhundert eingeführt und mit einer Regierung in Berlin geht sie im 21. Jahrhundert zu Ende.

1851 schrieb Friedrich Hebbel über Berlin: "Metropole deutscher Intelligenz!" Wie sich doch die Zeiten geändert haben – jetzt, wo's wieder Regierungssitz ist!

Ein Ausspruch von Bismarck: "Welcher gebildete und wohlerzogene Deutsche würde versuchen, im gewöhnlichen Verkehr auch nur einen geringen Teil der Grobheiten und Bosheiten zur Verwendung zu bringen, die er nicht ansteht, von der Rednertribüne vor hunderten von Zeugen einem bürgerlich achtbaren Gegner in einer schreienden – in keiner anständigen Gesellschaft üblichen Tonart – ins Gesicht zu werfen?" Kommentar: Besuchen Sie doch mal eine Bundestagssitzung in Berlin!

© Willy Meurer (1934 - 2018),

Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht – aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können!

© Anneliese Bödecker

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Aus dem Berlin des 19. Jahrhunderts...

eckensteher nante....gelten der „Eckensteher Nante“ und „Mutter Lustig“ als Originale.

Die Bekanntheit als „Nante“ verdankt der Berliner Dienstmann Ferdinand Strumpf, der an der König- Ecke Neue Friedrichstraße seinen Standort hatte, dem Volksstück Eckensteher Nante im Verhör.

Dieses Stück stammt von dem bekannten Schauspieler Friedrich Beckmann, der es nach einem Vorbild aus Adolf Glaßbrenners Groschenheft-Reihe Eckensteher 1833 auf die Bühne brachte.

Beckmann hatte die Figur des Nante schon in dem 1832 aufgeführten Stück Ein Trauerspiel in Berlin von Karl von Holtei gespielt.

Während Nante (Kurzform für Ferdinand) an der Straßenecke auf Gelegenheitsarbeit wartete, hatte er für alles und jedes ironische Bemerkungen und derbe Spottreden parat.

Mit seinem typisch Berliner Witz wurde er zur Verkörperung des Berliner Volkshumors und zum stadtbekannten Original.

Zitate von Regine Hildebrandt 1941 - 2001 - sie war eng mit Berlin verbunden.....

Wenn Sie also bei uns zu Hause aus dem Fenster geguckt haben, waren Sie mit dem Kopf im Westen und mit dem Hintern im Osten.

Ich sage immer: Kopf und Schwanz, das ist kein Glück, das beste ist das Mittelstück.

Im Osten haben wir kollektiviert wie die Blöden, da gab es überhaupt kein Individuum mehr. Sie waren im Wohnkollektiv, im Arbeitskollektiv, im Leistungskollektiv.

Das ist auch nicht normal. Aber was wir jetzt erleben, ist meines Erachtens noch unverträglicher.

Regine Hildebrandt (1941 - 2001), deutsche Politikerin, war von 1990 - 1999 Ministerin für Arbeit und Soziales in Brandenburg, durch ihre Glaubwürdigkeit und ihren engagierten Einsatz auf sozialem Gebiet sehr populär, galt sie als ›Mutter Courage des Ostens‹.

Liebeserklärung an OST- Berlin...